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Balkonkraftwerk mit Speicher in der Schweiz: Lohnt sich das? (2026)

Macht ein Akku für die Mini-Solaranlage Sinn? Wir rechnen nach: Amortisation, Installations-Regeln und die besten Systeme von EcoFlow bis Anker im Vergleich.

Balkonkraftwerk mit Speicher in der Schweiz: Lohnt sich das? (2026)

Status: Analyse Februar 2026 | Systeme: EcoFlow PowerStream, Anker Solix, Zendure SolarFlow


Die Idee klingt genial: Tagsüber, wenn Sie bei der Arbeit sind, lädt das Balkonkraftwerk einen Akku auf. Abends, wenn Sie kochen und Netflix schauen, nutzen Sie diesen Gratis-Strom. 0 Watt Bezug vom Netzbetreiber.

Aber funktioniert das wirklich? Und vor allem: Rechnet sich das in der Schweiz?

Die “Baseload”-Problematik

Ein typischer Schweizer Haushalt hat eine Grundlast (Standby, WLAN, Kühlschrank) von ca. 100 bis 200 Watt. Ein 600W/800W Balkonkraftwerk produziert im Sommer mittags oft 600 Watt.

  • Ohne Speicher: Sie schenken dem Elektrizitätswerk 400 Watt (gratis oder für mickrige 4-8 Rappen/kWh).
  • Mit Speicher: Die 400 Watt gehen in den Akku.

Die Rechnung: Wann lohnt sich ein Speicher?

Wir haben das für ein typisches Szenario durchgerechnet (Strompreis: 32 Rappen/kWh).

Szenario A: Nur Balkonkraftwerk (ca. CHF 600.-)

  • Eigenverbrauch: ca. 60% (optimistisch).
  • Ersparnis pro Jahr: ca. CHF 180.-
  • Amortisation: 3.3 Jahre

Szenario B: Balkonkraftwerk + 2kWh Speicher (ca. CHF 1600.-)

  • Eigenverbrauch: ca. 95%.
  • Ersparnis pro Jahr: ca. CHF 280.-
  • Amortisation: 5.7 Jahre

Fazit: Der Speicher verlängert die Amortisationszeit, weil er (noch) teuer ist. Aber: Er erhöht Ihre Autarkie. Und wenn die Strompreise wieder steigen (über 40 Rp./kWh), gewinnt das Speichersystem sofort.


Die Top 3 Systeme im Check

1. EcoFlow PowerStream

Das komplexeste, aber “smarteste” System.

  • Das Gehirn: Der Mikrowechselrichter kommuniziert mit “Smart Plugs” in der Wohnung. Wenn der Fernseher angeht, speist er mehr ein.
  • Akku: Kompatibel mit allen EcoFlow Powerstations (Delta 2, Delta Max).
  • Vorteil: Wenn Sie schon eine Delta 2 haben, kostet das Upgrade nur ca. CHF 300.- (für den Wechselrichter).

2. Anker Solix (E1600)

Die “Apple-Lösung”.

  • Eine graue Box, die einfach zwischen Panel und Wechselrichter gesteckt wird.
  • Keine Smart Plugs, keine wilde Verkabelung.
  • Nachteil: Weniger Einstellmöglichkeiten.

3. Zendure SolarFlow

Der Pionier.

  • Sehr modular (Akkus stapelbar wie Lego).
  • Etwas “bastelige” App im Vergleich zu EcoFlow.

Rechtliche Hürden in der Schweiz (2025/26)

  • Meldepflicht: Jedes Balkonkraftwerk muss beim lokalen Netzbetreiber (z.B. EKZ, BKW) gemeldet werden. (Keine Genehmigung nötig, nur Meldung).
  • Stecker: In der Schweiz ist der Typ 13 (bzw. IP55 Aussenstecker) Vorschrift. Schuko-Stecker sind verboten!
  • Einspeisung: Maximal 600 Watt (oder 800 W, je nach aktueller Verordnung - prüfen Sie die ESTI-Vorgaben). Die meisten Wechselrichter lassen sich per App drosseln.

ProTip Empfehlung

  • Für Bastler & Techies: Holen Sie sich den EcoFlow PowerStream. Die Möglichkeit, genau zu steuern, wie viel Watt wann eingespeist werden, macht süchtig.
  • Für “Install & Forget”: Anker Solix.
  • Für Sparfüchse: Kaufen Sie erst nur das Balkonkraftwerk. Messen Sie Ihren Überschuss. Kaufen Sie den Speicher erst nach, wenn die Preise weiter fallen (Trend: -20% pro Jahr).